Die letzte Maschine einer langen Ära wird mit dem Bausatz der Avia S-199 abgeschlossen. eduard hat die tschechoslowakische Version der Bf 109 mit Jumo Motor nun auch mit der geblasenen Haube herausgebracht.

eduards Bausätze der neuesten Generation bilden eine Mischung aus Spritzgussteilen, sowie im 3d Druck Verfahren hergestellten Resinteilen. Auf Fotogeätzte Teile wird bei diesen neuen, sogenannten HYBRID-Bausätzen komplett versichtet.
Der Karton enthält sauber gespritzte Kunststoffteile mit feinen Gravuren, 3D gedruckte Bauteile, Lackiermasken und einen großen Decalbogen mit sechs Bemalungsoptionen tschechoslowakischer Maschinen.
Im Karton finden sich drei graue und ein klarer Spritzling mit insgesamt 62+10 Bauteilen, 43 im 3D Druck hergestellten Bauteile sowie die gängigen Masken. Der Inhalt des Bausatzes ist dahingehend neu, da wir hier, wie erwähnt, keinerlei Ätzteile vorfinden. Bedingt durch die Hinzugabe der vielen Resinteile kommt man hier komplett ohne diese aus, so der Hersteller. Die Ausführung der Details sind dadurch noch immer ein Blickfang, ich möchte sogar weiter gehen und behaupten, dass sie besser sind als die letzte der 109-Version, der Kurfürst.



Bereits beim öffnen des Kartons merkt man, dass er wesentlich leichter ist, da er mit „nur“ drei plus einem Spritzlingen befüllt ist. Was ebenfalls auffällt ist ein kleiner, an ein Cockpitset erinnernder, Karton der seitlich mit eingelegt ist. Dieser beinhaltet die insgesamt 43 Resinteile für das Cockpit, die Auspuffstutzen, Ladelufteinlauf, Fahrwerkskomponenten sowie äußere Anbauteile.
Die Details sind nach wie vor sehr schön anzusehen, wie bei Eduard üblich, ist die Detaillierung sehr hoch. Der Guss der Oberflächen ist sauber und ohne sichtbaren Grat, die Passgenauigkeit gilt als sehr gut. Erhabene wie auch versenkte Details sind scharf und sehr filigran ausgearbeitet und es ist eine deutliche steigerung der Qualität gegenüber der Bf 109K-4 zu erkennen!

Die dem Hybrid-Bausatz enthaltenen Resinteile dienen deutlich zur Detailverbesserung gegenüber den normalen Spritzgussteilen. Der Schwerpunkt der Resinteile liegt auf Bereichen, die später gut einsehbar sind bzw. bei denen feine Formen gefragt sind. Im Cockpit kommen Resinteile für die komplette Innenausstattung zum Einsatz. Dazu gehören der Pilotensitz, die Seitenkonsolen und weitere Innenstrukturen. Diese Teile sind bekanntlich deutlich feiner ausgeführt als ihre Spritzgussabbilder, mit scharfen Kanten, erhabenen Details und realistisch dargestellten Leitungen und Verstrebungen.
Auch die Radkästen sind als Resinteile enthalten. Sie zeigen eine sehr detaillierte innere Struktur mit Rippen, Kabeln und Vertiefungen, die beim Original gut sichtbar sind. Durch den 3D Druck wirken diese Bereiche wesentlich realistischer und plastischer.
Die Auspuffanlagen dürfen nicht fehlen, diese profitieren besonders durch die Öffnungen und die Oberflächenstruktur, die dünnwandiger und natürlicher wirken als die Spritzgussteile.
Zusätzlich sind Kleinteile wie Kanonenläufe, Antennen oder Lufteinlässe im 3D Druck ausgeführt. Diese Teile sind maßhaltiger, rund ausgeformt und zeigen feine Details, die sonst nur schwer darstellbar wären.
Insgesamt sind die Resinteile im Bausatz dafür gedacht, ohne zusätzliche Zurüstsätze ein sehr hohes Detaillierungsniveau zu erreichen. Sie ersetzen gezielt die sichtbarsten oder schwierigsten Bauteile aus Kunststoff und werten das Modell sowohl optisch als auch qualitativ deutlich auf.
Die Glasteile bestehen aus klarem, hochtransparentem Polystyrol, das frei von Schlieren, Einschlüsse oder milchigen Trübungen ist. Die Teile sind sauber gespritzt und geben die feinen Rahmen der Kanzel sehr realistisch wieder. Die Kanzel ist mehrteilig ausgeführt und kann daher offen oder geschlossen gebaut werden. Die Passgenauigkeit ist sehr gut und schließt sauber mit dem Rumpf ab. Die Profillierung ist scharf abgebildet und lässt viel Raum zum Maskieren.

Die Decals sind von sehr hoher Qualität, werden von Eduard selbst gedruckt (neue Generation des hauseigenen Druckverfahrens, ähnlich Cartograf-Qualität) und zeichnen sich durch dünnen Trägerfilm, saubere Farbwiedergabe und gestochen scharfe Druckdetails aus. Die Beschriftungen sind auch im Kleinstmaßstab lesbar und ohne Versatz.
Die Wartungshinweise liegen, wie üblich in einem separaten, kleineren Bogen bei und weisen die gleiche Qualität auf.

Markierungsmöglichkeiten
- Polizei-Luftpatrouille, Brno/Olomouc, Tschechoslowakei, 1949
- S-199.210, Fliegerregiment 5, Plzeň-Bory, Tschechoslowakei, 1950
- S-199.165, Lt. Vladislav Petráš, 1. Staffel, 18. Fliegerregiment, Plzeň-Skvrňany, Tschechoslowakei, Juli 1952
- S-199.310, Gefr. Josef Mucha, Fliegerschulregiment 5, Zvolen – Sliač, Tschechoslowakei, August 1952
- S-199.340, Lt. František Kratochvíla, 3. Staffel, 51. Fliegerregiment, Mladá, Tschechoslowakei, Juli 1952
- S-199.531 Lt. Václav Dvořák, 2. Staffel, Jagdfliegerregiment 3, Brno-Černovice, Tschechoslowakei, April 1953






Was folgt?
In einem separaten Review werde ich noch auf zwei separate Sets eingehen, die zeitgleich auf dem Markt erschienen sind. Dabei handelt es sich um die TFace Masken sowie ein LööK Set.
Fazit
Eigentlich ein muss für alle Bf 109 Fans, bzw. Freunde Tschechoslowakischer Luftfahrtgeschichte. Gehört dieses Modell doch in beide Zeitschienen und verbindet zwei große Themen.
Steckbrief:
- Hybrid
- Maßstab: 1:48
- Eduard Art.Nr. 948012
- Erscheinungsdatum: Jan. 2026
- UVP: ca. 38,- Euro
Vielen Dank an die Firma Eduard für die Bereitstellung dieses Besprechungsmusters!